Das Ubsilon 24mm. Kann nix. Das aber gut.

Man muss schon einigermaßen bescheuert sein, ein Weitwinkelobjektiv wie das Ubsilon 24mm ausgerechnet in den Zoo mitzunehmen. Denn wenn es um Viecher geht, greift man traditionell doch eher zu Telelinsen. Wenn das Objektiv dann auch noch grundunscharf und milchig ist, kann man das ganze nur noch als Erweiterung des eigenen Horizontes abhaken. Und als Test dessen, was man mit dem Upsilon 24mm 2.8mm alles anstellen kann. Oder auch nicht.

Inhalt

Upsilon 24mm 2.8 - Geschichte und Aufbau

In der Regel findet sich im Netz ja über jedes Objektiv irgendwo irgendein Eintrag. Beim Upsilon 24mm hingegen tut man sich schwer bei der Suche, es ist kaum etwas über die Historie herauszufinden. Soviel scheint sicher: Upsilon war die Submarke eines Herstellers, der bis heute unter anderem unsere Lieblingsgläser fertigt: Sigma. Warum Sigma das Weitwinkel in den siebziger Jahren unter diesem Label vermarktet hat und warum, bleibt unklar. Klar sind immerhin ein paar technische Fakten: 8 Elemente in 7 Gruppen, ein Filtergewinde mit einem Durchmesser von 62mm und einer Naheinstellgrenze von 18cm. Die Blende reicht von 2.8 bis 22, der Ring rastet gut spürbar ein, wie generell das gesamte Objektiv eine gewisse physische Präsenz hat. Natürlich nicht so gross wie das Beroflex, liegt es gut in der Hand, durchgängig aus Metall gefertigt und auch nach 40 Jahren ohne grössere Macken.

Wo gehts hier zur Schärfeebene?
Leicht überstrahlt...

Upsilon 24mm 2.8 - die Macken

Aber – und hier endet die Weisheit der Blauen Maschine – mit der Schärfe ist das so eine Sache. Vielleicht haben wir ein ausgesprochenes Montagsexemplar erwischt, denn egal, was wir probiert haben: Es ist schlicht nicht möglich, scharfe Bilder mit diesem Objektiv zu machen. Pragmatiker entsorgen so etwas, andere verklopfen es als Kuriosität bei ebay, und beides wäre falsch. Denn das Ubsilon kann zwar nur unscharf, das macht es aber super. Will heißen: Wenn etwas beim besten Willen nicht funktioniert, erkläre das Ergebnis einfach zur Kunst.

Ein bisschen Landschaft, und alles leicht retro und unscharf.

Upsilon 24mm 2.8 - was man damit machen kann

Tatsache ist: Wenn man weiß, was das Ubsilon nicht kann und wofür man es einsetzen kann, liefert es trotz – oder wegen – seiner Fehler tolle Ergebnisse, die so ziemlich alles mitbringen, wofür man sonst die aufwändige Nachbearbeitung anwerfen müsste: Unschärfe, Körnigkeit, eine starke Vignettierung und seltsam ungesättigte, kontrastarme Bilder. Wir würden es darum garantiert nicht zum Reportage-Shooting mitnehmen, und das mit dem Zoo war wirklich eine blöde Idee. Aber für Money Shots, sei es Cover, Header oder ähnliches, ist es perfekt. Schlechte Nachricht zum Schluss: Die Dinger sind kaum zu kriegen, und bei ebay Kleinanzeigen findet sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrages genau – keines. Wenn Sie also eines sehen – zuschlagen, und wenn es 40,- Euro kosten soll, wäre es das wert.

Links die unbearbeiteten Bilder, wie sie aus der Sony Alpha gefallen sind....
Ein bißchen Nachbearbeitung und ein Rahmen, und schon nice...

Teilenswert? Na dann.

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