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Der Blaue Brief - 21. 03. 25

Es geht, liebe/r Freund/in der Blauen Maschine , wieder einmal um KI und darum, was sie für die Fotografie bedeuten kann. Und um Fotografie aus einer Zeit, als HAL 2000 noch Science Fiction war. Heute also:
  • Fotos digital signiert
  • Erstaunliche Funde in San Francisco
  • Neues aus dem Maschinenraum

Fotos digital signiert

Über die Folgen, gute wie schlechte, der rasanten Verbreitung von KI-Anwendungen haben wir schon mehrfach geschrieben - einem putzigen selbstentwickelten Siegel („AI Free“) inklusive.

Dass es Mechanismen geben muss, die die Authentizität digitaler Inhalte nachprüfbar machen, ist unstrittig. In der Welt der Digitalfotografie waren dies bislang u.a. die sogenannte RAW-Dateien, also die unbearbeiteten Rohdaten eines Bildes, die Fotografen ggf. ihren Auftraggebern liefern mussten, um nachzuweisen, dass ihre Bilder nicht manipuliert waren. Berühmt geworden in diesem Zusammenhang ist - leider - Steve McCurry, dessen „Mädchen aus Afghanistan“ wohl jede:r kennt. Mit Sony hat nun ein Hersteller begonnen, ein digitales Zertifizierungssystem direkt in die Kamera zu integrieren.

Damit wird den Bildern eine Signatur hinzugefügt, die nicht nur die Metadaten über Entstehungszeit etc. des Bildes enthält. In dieser Signatur wird im späteren Verlauf - - entsprechende Software vorausgesetzt - auch jede weitere Änderung am Bild, und sei sie noch so klein, protokolliert, und macht diese jederzeit dann auch jederzeit nachweisbar.

Noch ist Sonys „Content Authenticity Solution“ (CAS) aufpreispflichtig und steht laut Sony nur bestimmte Medienhäusern zu Verfügung. Es wäre jedoch wenig überraschend, wenn sich dies nicht bald ändern würde. Schließlich, so schreibt immerhin die Bundesdruckerei auf ihrer Website, könne man so das Vertrauen in die digitale Welt zurückbringen. Mag das auch ein Pixel zu optimistisch sein - lesenswert ist der Beitrag über „Content Credentials“ dennoch.

Erstaunliche Funde in San Francisco

Ganz andere Probleme haben die Kollegen und Kolleginnen der Initiative „Speak Local“ in Kalifornien. Sie sitzen über mehr als 8.000 Bildern - Dias und Schwarz-Weiß-Filme, zum Teil noch nicht entwickelt - und fragen sich, wer die gemacht hat. Gefunden wurden die Bilder bereits in den frühen 80er Jahren in einem vergessenen Lagerraum entdeckt und sie zeigen das San Fransisco der späten 60er. Der Witz daran: Niemand weiß, wer diese Bilder gemacht hat.
Aus juristischen Gründen: Hippie, von woanders. Fotograf ist bekannt.
Mit Hilfe von Kickstarter möchte Bill Delzell die Bilder nun der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen - und herausfinden, wer die Aufnahmen, die tatsächlich einen fantastischen Einblick in die 60er in Amerika geben, eigentlich gemacht hat. In einem kurzen YouTube-Video stellt er nicht nur das Projekt vor, sondern zeigt auch einige der Fotos. Diese fünf Minuten lohnen sich.

Neues aus Maschinenraum

Wir haben aufgehört zu trauern, nachdem der 1.FFC Hof gegen den VfB Stuttgart 1:11 (!) verloren hat. Das nächste Spiel kommt bestimmt, und die Verbindung zwischen Maschine und Verein wird enger. Das freut uns.
Ein authentisches Wochenende wünscht

Die Blaue Maschine
Daniel Wagner


Und dann noch deine Haare,
da fehlen mir die Worte ..."
Die Ärzte, Junge
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