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Der Blaue Brief - 31.07.26

Aufmerksamen Leser:innen – also Ihnen, liebe/r Freund/in der Blauen Maschine, - ist aufgefallen: Seit einigen Wochen zählen wir am Ende des Blauen Briefes rückwärts. Damit ist jetzt Schluss, und Sie wissen auch, warum: Dies ist die 100. Ausgabe unseres Newsletters. Wow. Wer hätte das gedacht.

Darum geht es heute ein bisschen um dem Blauen Brief, aber wie immer auch um (hoffentlich) wissenswerte Dinge:

  • Wer hätte das gedacht: 100-mal Blauer Brief
  • Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet Norwegen
  • Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet LinkedIn
  • Neues aus dem Maschinenraum

Wer hätte das gedacht: 100-mal Blauer Brief

Tatsächlich sind es wahrscheinlich sogar mehr – die ersten haben wir noch „händisch“ verschickt, einige weitere Ausgaben sind bei einem Systemwechsel verloren gegangen. Nach offizieller Zählung bedeutet das jedenfalls – rein rechnerisch – seit vier Jahren 25 Ausgaben pro Jahr. Mit einigen sehr starken und natürlich einigen eher so mäh-Ausgaben. Einiges an Tippfehlern (sorry dafür) und gelegentlichen Links, die in die Irre führten (auch dafür sorry). Mit Erfolgsmeldungen und - ja, auch das machen wir - Misserfolgsmeldungen. Gehören auch dazu. Mit kruden Softwarelösungen und noch kruderen Objektiven. Und und und.

Aber hoffentlich immer das eine oder andere, was für unsere Leserschaft zum Start ins Wochenende interessant war. Und mit wenigen Ausnahmen auch KI-frei. Die Animation oben gehört ausdrücklich nicht dazu, aber einmal gelegentlich dürfen wir auch mal...

Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet Norwegen

Über den wunderbaren Begriff Enshittification und das damit gemeinte nicht wunderbare Phänomen der bewussten Verschlechterung digitaler Angebote haben wir hier schon oft geschrieben. Und im Rahmen unserer sehr kleinen Möglichkeiten immer wieder auf Alternativen zu Instagram (Pixelfed), X (Bluesky) und Tumblr (Substack) hingewiesen. Die finale Antwort auf Enshittification kommt nun aber ausgerechnet aus Norwegen. Der staatlich finanzierte Verbraucherrat hat seinem Herzen (oder vielleicht dem aller Norweger:innen) einmal Luft gemacht und den Konzernen mit einem kleinen Film den Stinkefinger gezeigt. Ob Mark, Sam und Co. den sehen? Keine Ahnung.
Dahinter verbirgt sich, wir wissen es, allerdings ein ernsthaftes Anliegen, das der Verbraucherrat in einem umfangreichen Report zusammenfasst. Er trägt den etwas pathetischen, aber dennoch zutreffenden Titel „BREAKING FREE – Pathways to a fair technological future“. Die Lektüre sei hiermit ausdrücklich empfohlen.

Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet LinkedIn

Apropos LinkedIn – wir sind nicht lange genug auf der Plattform, um die Frage zu beantworten, ob sie jemals NICHT shitty war. Die Mischung aus Angeberei, Selbstbeweihräucherung, angeblicher Vernetzung und toxischer Positivität ist mittlerweile auch bei viel gutem Willen kaum mehr auszuhalten. Und wenn wir noch einmal den Satz hören „Ich durfte für diesen Kunden dieses und jenes tun“, fahren wir höchstpersönlich nach Redmond und ziehen dort den Stecker. Warum Redmond? Weil LinkedIn zu Microsoft gehört, was aber eigentlich völlig egal ist.

Wichtiger ist vielmehr eine Studie des Softwareanbieters Pangram, der die KI-Frequenz auf Social Media untersucht hat. Das Ergebnis ist weder erfreulich noch überraschend: Ihr zufolge ist jeder vierte Social-Media-Beitrag mit mehr als 250 Worten mittlerweile KI-generiert. Und: Zwei Drittel der als KI-generiert erkannten Beiträge kamen von LinkedIn. Und ChatGPT so: "Ich durfte für diesen wunderbaren Menschen einen Text schreiben. Vielen Dank!"
Wir werden hier jetzt keine Debatte darüber führen, ob KI-generierte Beiträge generell schlecht sind (sind sie u. E. nicht). Wer aber „Deep Dives“ (Tauchgänge?) und „Leader Thoughts“ (Des Führers Gedanken?) schreibt, sollte gerade dies vielleicht nicht mit einer KI tun.

Überrascht: Neues aus dem Maschinenraum

Und das mit der KI gilt auch für uns. Wir verzichten auch in Zukunft, und das gilt auch für den Zylinderblog: Hier mussten wir noch was über das Verhältnis Agentur-Kunde loswerden. Ist ja manchmal auch nicht so leicht. Denn warum müssen eigentlich nur Agenturen alles offen legen, wenn sie einen Kunden akquirieren? Auch umgekehrt sollte ab und zu mal ein Schuh draus werden.

Damit und mit der Aussicht auf weitere 100 Ausgaben verabschieden wir uns in die Sommerpause (Bayern. BAYERN!). Wir lesen uns wieder im September. Und vergessen Sie nicht: Ab dem 2. August gilt die Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte!
Einen heißen Sommer mit kühlen Köpfen wünscht

Daniel Wagner
Die Blaue Maschine

"We′ll drink some wine,
with the passing of time "
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