Was machen Legofiguren (oder auch Minifigures), wenn wir nicht mit ihnen spielen? Das fragen sich nicht nur Kinder. Und wie kann man Legofiguren fotografieren, und zwar so, dass sie cool aussehen?
Das Schöne ist: Legofiguren lassen sich erstaunlich gut fotografieren, und das mit einfachsten Mitteln – wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet.
Wir haben uns mal auf die Lauer gelegt und beobachtet, was sie machen, wenn man nicht hinsieht. Ein paar Tipps für gelangweilte Kinder, die das einmal nachmachen wollen. Oder Eltern, die ihrer Fantasie freien Lauf lassen wollen.
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Es gibt Tausende, die mit LEGO fantastische Fotos machen – seien es Bilder der Modelle selbst, seien es “as if” Bilder, wie beispielsweise der Instagrammer, der den Account Lego_Photography betreibt, oder aber – einer der Besten, zweifelsohne, Brixtopixel. Sie alle inszenieren LEGO-Figuren mit zum Teil großem Aufwand als Fotomodelle, und scheuen auch nicht vor dem Einsatz von Lichteffekten, Nebel etc. zurück.
Wir wollten einen anderen Weg gehen, um Minifigs zu fotografieren: LEGO im echten Leben, hieß die Idee, entstanden aus Salat und coronabedingter Langeweile. Das Produkt waren die beiden Forscher, die dem Salatosaurus begegnet sind.
Legofiguren fotografieren: Die Grundregeln
Die sind einfach: Legofiguren, Gegenstände des täglichen Lebens und das Ganze dann so arrangiert, dass aus Alttagsdingen Lego-Welten werden: Der Dschungel aus dem Salat, der Eisplanet Hoth aus einem weißen Hemd auf dem Bügelbrett oder der Berggipfel aus einem Bauernbrot.
Als Hilfsmittel zugelassen sind sonst nur das, was man im Zimmer vorfindet. Leuchtdioden und Kunstnebel überlassen wir denjenigen, die damit umgehen können. Der Rest darf – in Maßen (in MAßEN!!!) – digital erfolgen.
Dies bedeutet in der Regel: Verfügbares Licht wird mit einem Spiegel oder einem Topfdeckel gelenkt. Auch hier gilt die alte Fotografenregel: Licht von vorne macht das Bild eher flach und langweilig. Licht von der Seite verleiht Tiefe, Licht von hinten “Drama, Baby, Drama!”. Blitz? Nur wenn es sein muss, denn die Dinger machen schlimme Schlagschatten. Wenn, dann bitte indirekt – der Blitz wird auf eine Wand (oder auch spannend: eine farbige Fläche) gerichtet, die das Licht dann reflektiert. Am Ende dann noch etwas Nachbearbeitung in Lightroom. Fertig.
Legofiguren fotografieren: Objektive und Kameras
So etwas geht mit allem. Man braucht kein Makro, und vor allen Dingen braucht man keine hochgezüchteten Superobjektive mit einer unglaublichen Schärfeleistung. Im Gegenteil. Eine gewisse Unschärfe und Körnigkeit (die kann auch mit Lightroom hinzugefügt werden) hilft, den Eindruck des Echten zu verstärken. Für uns hieß dies: Die alten Objektive müssen ran. In diesem Fall ein Porst 50mm f/1.7, ein Helios 58 f2 und – Achtung, sehr krude – ein Soligor 200 f2.8. Die Randunschärfe und relative Lichtschwäche kommt insbesondere bei den Gruselaufnahmen auf dem Dachboden recht. Gut wäre aber eine gewissen Tiefenschärfe bzw. Offenblende. Kit-Objektive tun sich hier meistens etwas schwer, da hilft nur näher rangehen.
Legofiguren cool fotografieren: Die Requisiten
Genommen wird, was da ist. In unserem Fall: ein weißes Hemd, eine alte Jeans, Salat, ein Bauernbrot, ein Pizzateig oder einfach der Dachboden. Faustregel: Je weniger, desto besser, und desto phantasieanregender. Mehr braucht es nicht.
Legofiguren fotografieren: Kleine Tricks
Der häufigste Fehler bei Lego-Fotos ist wahrscheinlich die Erwachsenenperspektive. Man stellt die Figur auf den Tisch, hält die Kamera darüber und wundert sich, dass das Bild nach Spielzeugkiste aussieht. Sobald jedoch die Kamera auf Augenhöhe der Figur wandert, passiert etwas anderes: Aus dem Plastikmännchen wird eine Figur in einer kleinen Welt. Das gilt übrigens nicht nur für Lego-Figuren, sondern für alle Formen von Modellfotografie: Nimm die Perspektive der Aktuere vor der Linse ein.
Dafür braucht es kein Studio. Oft reicht es, das Handy direkt auf den Tisch zu legen oder die Kamera auf ein Buch zu stellen. Oder einfach: IN die Knie zu gehen.
Wichtig ist nur, dass der Hintergrund nicht direkt hinter der Figur klebt. Ein bisschen Abstand sorgt dafür, dass er unscharf werden kann und die Figur mehr Raum bekommt. Gerade bei kleinen Motiven wirkt dieser Abstand zudem größer, als er tatsächlich ist.